Eiskalte Entmietung in der Karl-Marx-Str. 179

Vier Wochen lang mussten die Mieter*innen des Hauses in der Neuköllner Karl-Marx-Str. 179 nach Sabotage an den Leitungen ohne Wasser, Gas und Heizung bei winterlichen Temperaturen ausharren, bis die Hausverwaltung endlich Handwerker beauftragte, die die Sanitäranlagen wieder in Gang setzte. Darüber berichteten u.a. das Rixdorfer Kiezforum und der Tagesspiegel. Setzte dies die Betroffenen einer nicht schon zu tolerierenden Härte aus, da droht ihnen bereits das nächste Ungemach.

In der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung scheint die CDU-Fraktion nun den Abriss des Gebäudes zu verlangen, um die Baustelle für 40 Eigentumswohnungen frei zu machen. Ausgeschlossen ist dabei nicht, dass dabei private Interessensverflechtungen zwischen der hiesigen CDU und dem Hauseigentümer aus Hamburg bestehen.

Vertreter des Berliner Mietervereins berichteten bereits von einer Strategie, die in Berlin Tradition hat: Durch absichtlich herbeigeführte Beschädigung einen Hausabriss  vorantreiben. Dass die CDU den Vermieter trotz dessen lebensgefährlicher Strategie unterstützt, ist mehr als skandalös.

Jetzt geht es darum eine Abrissgenehmigung durch den Bezirk zu verhindern

Auf politischer Ebene muss der notwendige Druck erzeugt werden, um einen Abriss der Wohnungen zu verhindern, denn sonst droht den Bewohner*innen die Obdachlosigkeit.

Mindestens sollten Bezirk und Land über die landeseigenen Wohnungbaugesellschaften klären lassen, ob ein Aufkauf des Gebäudes durch den Staat möglich ist oder diese den Mieter*innen geeignete Wohnungen in Wohnortnähe als Ersatz anbieten können, bevor ein eventueller Abriss genehmigt wird.

Neben der Sabotage an den Gasleitungen versucht der Eigentümer, die Bewohner*innen Angebote von Einmalzahlungen zum Auszug zu bewegen. Dies ist jedoch keine echte Hilfe. Denn leistbare Wohnungen sind im gesamten Stadtgebiet kaum zu finden. Wer seinen Lebensunterhalt darüber hinaus durch Grundsicherung bezieht, sieht sich zudem mit dem Problem konfrontiert, dass nach dem Erhalt eines solchen Geldbetrages Leistungen gekürzt werden.

Deshalb fordern wir:

Die Karl-Marx-Straße 179 denen, die drin wohnen und die sie brauchen! Keine Vertreibung von Bewohner*innen für zahlungskräftigere Eigentümer*innen!

Zusammen mit dem Rixdorfer Kiezforum unterstützen wir die Mieter*innen der KMS179.