7. März 2019, 19:00: Film und Diskussionsabend zum Thema Frauenarmut

Am 7. März zeigen wir im Ori in der Friedelstr.8 die Guardian Dokumentation „Fighting Shame – Kampf gegen die Scham“ (30min, OmU). In dem Film spricht eine Gruppe von Frauen aus Leeds über Armut und ihren Alltag. Sie alle sind Teil von Initiativen die gegründet wurden um das Stigma der Scham zu bekämpfen. Im Anschluss wollen wir noch darüber sprechen, wie unsere Situation und die von Frauen in Deutschland allgemein ist.

Ab 21:00 beginnt der reguläre Kneipenabend der solidarischen Aktion Neukölln und wir werden Bastelmaterial dabei haben um Schilder für den Streikposten zum Frauen*streiktag am 8. März um fünf vor zwölf am Hermannplatz zu machen. Kommt vorbei schließt euch uns an!

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Der 8 März kein Grund zu feiern!

Der 8. März ist in diesem Jahr erstmals ein Feiertag in Berlin. Aber für viele Frauen* gibt es nichts zu feiern, weil sie in Armut leben müssen. Frauen* verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer, oftmals arbeiten
sie zu Niedriglöhnen. Zwei Drittel der ausschließlich geringfügig Beschäftigten sind Frauen*, was eine Abhängigkeit vom Staat oder vom „Haupternährer“ bedeutet. Viele Frauen* können nicht von ihrer Lohnarbeit leben und müssen aufstocken. Frauen* sind auch häufiger langzeiterwerbslos, insbesondere Alleinerziehende im Hartz IV-System.

Kindererziehungszeiten sind Armutsfallen. Frauen*, die nicht in dem klassischen Familienmodell leben, wie geschiedene und allein lebende Frauen* müssen häufig mit Armut rechnen. Kranke, behinderte sowie wohnungslose und überschuldete Frauen* sind ganz besonders von Armut betroffen und gleichzeitig machen sie die Erfahrung von Ausgrenzung. Jede zweite Frau* mit Behinderung ist arm. Über ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen*. Viele leben in verdeckter Wohnungslosigkeit. Am stärksten von Armut betroffen sind Migrantinnen, von ihnen leben 27 Prozent in Armut.

Wir von der solidarischen Aktion Neukölln setzen auf eine solidarische Organisierung, statt Vereinzelung und Scham. Armut ist kein Individuelles Problem, sondern hat System. Und das wollen wir ändern!