4. April 2019, 19h: Vortrag und Diskussion zum Thema Frauen*armut mit Gisela Notz

Das Thema Frauen*armut geht in die zweite Runde. Die AG Armut und Reichtum läd euch herzlich ein mit Gisela Notz das Thema Frauen*armut zu diskutieren. Die Veranstaltung beginnt um 19:00.

Im Anschluss findet der Kneipenabend der Solidarischen Aktion Neukölln statt. Ab 21:00 malen wir Schilder für die große Demo gegen #Mietenwahnsinn und Verdrängung.

Der 8. März war in diesem Jahr erstmals ein Feiertag in Berlin. Aber für viele Frauen* gibt es nichts zu feiern, weil sie in Armut leben müssen. Frauen* verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer, oftmals arbeiten sie zu Niedriglöhnen. Zwei Drittel der ausschließlich geringfügig Beschäftigten sind Frauen*, was eine Abhängigkeit vom Staat oder vom „Haupternährer“ bedeutet. Viele Frauen* können nicht von ihrer Lohnarbeit leben und müssen aufstocken. Frauen* sind auch häufiger langzeiterwerbslos, insbesondere Alleinerziehende im Hartz IV-System. Kindererziehungszeiten sind Armutsfallen. Frauen* die nicht in dem klassischen Familienmodell leben, wie geschiedene und allein lebende Frauen* müssen häufig mit Armut rechnen. Kranke, behinderte sowie wohnungslose und überschuldete Frauen* sind ganz besonders von Armut betroffen und gleichzeitig machen sie die Erfahrung von Ausgrenzung. Jede zweite Frau* mit Behinderung ist arm. Über ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen*. Viele leben in verdeckter Wohnungslosigkeit. Am stärksten von Armut betroffen sind Migrant*innen, von ihnen leben 27 Prozent in Armut.


Frauen* leisten einen Großteil der Sorgearbeit und haben es schwer, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu organisieren. Resultat von unterbrochenen Erwerbs-biographien, Niedriglöhnen und viel Teilzeitarbeit ist eine kleine Rente, weshalb Frauen* im Alter noch zum Sozialamt müssen. Viele Frauen* schämen sich und scheuen den Gang zum Amt. Eines der größten Armutsrisiken ist: eine Frau* zu sein.

Wir von der solidarischen Aktion Neukölln setzen auf eine solidarische Organisierung, statt Vereinzelung und Scham. Armut ist kein Individuelles Problem, sondern hat System. Und das wollen wir ändern!