Schule des Alltags

Wir machen immer wieder Workshops oder Veranstaltungen in den Bereichen politische Bildung, Praxiswissen und Erfahrungsaustausch/Skill Sharing. Das nennen wir Schule des Alltags. Denn sich organisieren heißt auch, sich gemeinsam weiterzubilden und Wissen zu teilen.

Mai 2018: Workshop zur Grundsicherung
(5.4.18, 11-18 Uhr, ORi, Friedelstr. 8)

Wir wollen uns in diesem Workshop mit dem Thema Altersarmut beschäftigen, die in den nächsten Jahren enorm anwachsen wird. Aber auch kranke und behinderte Menschen, die früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden, haben ein großes Armutsrisiko. Wer eine zu kleine Rente bekommt, hat Anspruch auf die Grundsicherung.

Viele Betroffene schämen sich für die Einkommensarmut, weil uns eingeredet wird, dass wir selbst Schuld wären. Das sei eben „Leistungsgerechtigkeit“, wird behauptet. Diese Ideologie stellen wir infrage. Auch die Spaltung zwischen jenen – zum Beispiel Frauen mit niedrigen Renten, die lange gearbeitet und Kinder erzogen haben, und jenen, die schon früher wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, wollen wir vermeiden.

Wir setzen dem Solidarisierung entgegen.

Wir wehren uns gegen eine Verfestigung der Einkommensarmut. Das Problem ist der zu niedrige Regelsatz. Einmalige Beihilfen und Mehrbedarfe, wie früher in der Sozialhilfe, wurden abgeschafft. Von dem wenigen Geld (seit dem 1.1. 2018 beträgt der Regelsatz für eine alleinstehende Person 416 Euro) sollen wir auch noch ansparen – für Waschmaschine, Kühlschrank, Fahrrad, Computer, Reisen, Renovierungen, Brillen usw. Der 70-prozentige Abzug von Einkommen sorgt dafür, dass dauerhaft kein Geld hinzukommen kann. Viele Rentner*innen haben einen Minijob und sind dabei schlechten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Oder wir werden aus Existenznot in den informellen Sektor abgedrängt. Ganz schlimm wird es, wenn wir überhaupt nicht mehr zuverdienen können. Sollen wir alle nur noch Flaschen sammeln oder in Lebensmittelausgaben anstehen?

Wir möchten hiermit unseren Erfahrungsaustausch unter Betroffenen sowie unsere gegenseitige Unterstützung beginnen und ausweiten. Wir wollen uns gegen weitere Verarmung engagieren.

1. Teil: Rechtliches und Erfahrungsaustausch
2. Teil: Was hindert uns daran, uns zu wehren? Zum Beispiel Scham, Vereinzelung?
3. Teil: Wie können wir uns organisieren?

mit Harald Rein (Berater im Frankfurter Arbeitslosenzentrum, Autor und Aktivist) und aktiven Grundsicherungsbezieherinnen aus Neukölln

Eintritt frei. Für Mittagessen ist gesorgt.

April 2018: Menschen ansprechen, überzeugen und für eine politische Organisierung gewinnen. Aber wie?
(Workshop auf dem Recht auf Stadt-Forum Leipzig)

Die radikale Linke wendet sich mit neuem Anlauf den Menschen auf der Straße, am Arbeitsplatz und auf den Ämtern zu. In der Praxis stellen sich dabei verschiedene Aufgaben – auf Menschen zugehen, sie ansprechen, das eigene politische Handeln erklären, dabei überzeugen und sie für eine politische Organisierung gewinnen. Im ersten Teil des Workshops werden wir uns mit den Strategien und Methoden des “Transformative Community Organizings” auseinandersetzen. Dabei besprechen wir ausgehend von unseren Praxiserfahrungen, wie wir diese Ansätze für Ansprachen in unseren Nachbarschaften nutzen können. Im zweiten Teil werden wir dann anhand von praktischen Beispielen und Rollenspielen üben und das Ganze auswerten.