Schule des Alltags

Wir machen immer wieder Workshops oder Veranstaltungen in den Bereichen politische Bildung, Praxiswissen und Erfahrungsaustausch/Skill Sharing. Das nennen wir Schule des Alltags. Denn sich organisieren heißt auch, sich gemeinsam weiterzubilden und Wissen zu teilen.

bisher:

Oktober 2018: Workshop: Vielleicht ist es ja auch krank den Mund zu halten! Alltagskämpfe bei der Solidarischen Aktion Neukölln
(19.10.18, 17:00-19:30 Uhr, ORi, Friedelstr. 8)

Psychische Belastungen werden durch Armut verstärkt oder verursacht. Wer arm ist, macht ständig Erfahrungen von Überforderung,Ausgrenzung, erzwungener Unterwerfung, z. B. bei Ämtern. Oft kämpfen wir uns dabei einzeln durchs Leben. Dabei sind wir nicht allein. Bei der Solidarischen Aktion Neukölln unterstützen wir uns gegenseitig bei Stress mit dem Vermieter, der Chefin und dem Jobcenter oder Grundsicherungsamt. Wir stressen zurück!

Wir glauben, Stress kommt auch von der Erfahrung mit Ohnmacht in Konflikten mit Behörden,
Vermieterin und Chefs. Was meint ihr? In unserer Veranstaltung tauschen wir uns zu Erfahrungen mit Stress und psychischer Belastung aus. Wir stellen euch vor, wie wir uns solidarisch miteinander organisieren und uns ganz praktisch im Alltag zur Seite stehen.

Unsere Veranstaltung ist Teil der „Woche der seelischen Gesundheit: Gestresste Gesellschaft – Was tun?“ Mehr Infos dazu: aktionswoche.seelischegesundheit.net/berlin

Übrigens haben wir hier eine Antwort an das Grußwort der Schirmherrin Dilek Kolat geschrieben.


September 2018: Workshop: Recruiting folks for your political organisation
Solidarity Action Neukölln, Berlin & Tenants Union London

( 23.09.18, 15:00-18:00 Uhr, Beim Treffen der European Aktion Coalision for the right to the City and Housing, Lissabon )
Powerful groups that can win change for their members need good relationships within the group, and numbers! How does your group build people power in your area? This workshop will look at the specific outreach tools of community organising, and how to recruit into your organisation, especially by practicing our outreach skills.

Mai 2018: Workshop zur Grundsicherung
(5.4.18, 11-18 Uhr, ORi, Friedelstr. 8)

Wir wollen uns in diesem Workshop mit dem Thema Altersarmut beschäftigen, die in den nächsten Jahren enorm anwachsen wird. Aber auch kranke und behinderte Menschen, die früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden, haben ein großes Armutsrisiko. Wer eine zu kleine Rente bekommt, hat Anspruch auf die Grundsicherung.

Viele Betroffene schämen sich für die Einkommensarmut, weil uns eingeredet wird, dass wir selbst Schuld wären. Das sei eben „Leistungsgerechtigkeit“, wird behauptet. Diese Ideologie stellen wir infrage. Auch die Spaltung zwischen jenen – zum Beispiel Frauen mit niedrigen Renten, die lange gearbeitet und Kinder erzogen haben, und jenen, die schon früher wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, wollen wir vermeiden.

Wir setzen dem Solidarisierung entgegen.

Wir wehren uns gegen eine Verfestigung der Einkommensarmut. Das Problem ist der zu niedrige Regelsatz. Einmalige Beihilfen und Mehrbedarfe, wie früher in der Sozialhilfe, wurden abgeschafft. Von dem wenigen Geld (seit dem 1.1. 2018 beträgt der Regelsatz für eine alleinstehende Person 416 Euro) sollen wir auch noch ansparen – für Waschmaschine, Kühlschrank, Fahrrad, Computer, Reisen, Renovierungen, Brillen usw. Der 70-prozentige Abzug von Einkommen sorgt dafür, dass dauerhaft kein Geld hinzukommen kann. Viele Rentner*innen haben einen Minijob und sind dabei schlechten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Oder wir werden aus Existenznot in den informellen Sektor abgedrängt. Ganz schlimm wird es, wenn wir überhaupt nicht mehr zuverdienen können. Sollen wir alle nur noch Flaschen sammeln oder in Lebensmittelausgaben anstehen?

Wir möchten hiermit unseren Erfahrungsaustausch unter Betroffenen sowie unsere gegenseitige Unterstützung beginnen und ausweiten. Wir wollen uns gegen weitere Verarmung engagieren.

1. Teil: Rechtliches und Erfahrungsaustausch
2. Teil: Was hindert uns daran, uns zu wehren? Zum Beispiel Scham, Vereinzelung?
3. Teil: Wie können wir uns organisieren?

mit Harald Rein (Berater im Frankfurter Arbeitslosenzentrum, Autor und Aktivist) und aktiven Grundsicherungsbezieherinnen aus Neukölln

Eintritt frei. Für Mittagessen ist gesorgt.

April 2018: Menschen ansprechen, überzeugen und für eine politische Organisierung gewinnen. Aber wie?
(Workshop auf dem Recht auf Stadt-Forum Leipzig)

Die radikale Linke wendet sich mit neuem Anlauf den Menschen auf der Straße, am Arbeitsplatz und auf den Ämtern zu. In der Praxis stellen sich dabei verschiedene Aufgaben – auf Menschen zugehen, sie ansprechen, das eigene politische Handeln erklären, dabei überzeugen und sie für eine politische Organisierung gewinnen. Im ersten Teil des Workshops werden wir uns mit den Strategien und Methoden des “Transformative Community Organizings” auseinandersetzen. Dabei besprechen wir ausgehend von unseren Praxiserfahrungen, wie wir diese Ansätze für Ansprachen in unseren Nachbarschaften nutzen können. Im zweiten Teil werden wir dann anhand von praktischen Beispielen und Rollenspielen üben und das Ganze auswerten.